Mangelhafte Weiterbildung und schlechte Qualitätssicherung ist verantwortlich für Pannen

Leistungsnachweis (openPR) - Im Radio, im Spiegel und bei diversen Zeitungen wird gerade über den Supergau beim Datenschutz gesprochen. Vertrauliche Daten von Bürgern landen durch Verschulden der Südhessischen Polizei im Internet. Da kommen für Fachleute eigentlich nur zwei Deutungen in Frage:

1. Ein Beamter hat das bewusst gemacht und will damit Personen an den Pranger stellen. Dann sollte er nicht nur gefeuert, sondern auch wegen Vergehen gegen das Datenschutzgesetz hart bestraft werden.
2. Der Beamte ist nicht ausreichend geschult oder die durchgeführte Schulung wurde nicht auf Nachhaltigkeit überprüft.

Die öffentlichen Verwaltungen könnten zur Qualitätssicherung und Nachhaltigkeitsprüfung den in Schulen, Universitäten und Betrieben bewährten ECDL (Europäischen Computerführerschein) einführen. Beamte, die an vernetzten Computern arbeiten, sollten davon mindestens die ECDL-Module 1, 2 und 7 erfolgreich bestanden haben. Im ersten Modul geht es um informationstechnische Allgemeinbildung, den Datenschutz und die Gesetzeslage, im 2. Modul werden Kenntnisse zum Betriebssystem geprüft. Dazu gehört auch, den Unterschied zwischen lokalen und Netzwerklaufwerken zu kennen. Im 7. Modul geht es um Kommunikation und das Internet. Die international anerkannten Prüfungen dauern ca. eine halbe Stunde pro Modul. Die Vorbereitung der Prüfungen wird je nach Kenntnisstand der Beamten zwischen einem Tag und 10 Tagen für alle 3 Module benötigen.

Das hessische Kultusministerium empfiehlt Schülern schon seit Jahren die Teilnahme am ECDL. Große Betriebe wie Bayer, die Victoria-Versicherung oder das Unternehmen des DIHK-Präsidenten haben schon lange den ECDL als Pflichtprogramm für ihre Azubis in Prüfungsordnungen geschrieben. Das sollten auch die Ministerien für ihre Beamten anordnen. Jeder Beamte, der an vernetzten PCs arbeitet, sollte einen standardisierten Leistungsnachweis erbringen. Wer garantiert sonst, dass nicht nach den Polizeiakten demnächst unsere Steuer- oder Sozialversicherungsakten bei Google gelistet werden. Die Schuldigen am Skandal sind nicht die informationstechnisch unzureichend gebildeten Beamten, sondern deren Vorgesetzte und Ministerien, die ihnen eine angemessene Weiterbildung mit anerkanntem Leistungsnachweis versagen.

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