Trotz sinkender Geburtenrate: Zahl der Pflegekinder in Kinderdörfern konstant

Prof. Dr. Rainer Geiling, Geschäftsführer des Albert-Schweitzer-Verbandes der Kinderdörfer und Familienwerke, Berlin. (openPR) - Inzwischen kommen vor allem ältere Kinder und Jugendliche


Prof. Dr. Rainer Geiling, Geschäftsführer des Albert-Schweitzer-Verbandes der Kinderdörfer und Familienwerke, Berlin: „Obwohl die Zahl der Kinder und Jugendlichen in der Bundesrepublik sinkt, sinkt die Zahl der von Jugendhilfe zu betreuenden Kinder und Jugendlichen nicht.“

In der Bundesrepublik werde familiäre Stabilität immer weniger gesichert. Knappe öffentliche Etats erlauben nach Ansicht Geilings nur niedrigschwellige Initiativen wie ambulante Hilfe und Beratung, die leider selten greifen würden. Viele Kinder müssen daher nach wie vor stationär betreut werden. Zum Beispiel in einem Kinderdorf.

Der Altersschnitt in den Kinderdörfern hat sich allerdings verschoben: Vor allem Jugendliche werden heute in die Wohngruppen integriert. Oft haben sie eine längere Jugendhilfe-Biografie hinter sich. Damit stellen sie an ihre Heimeltern besonders hohe pädagogische Anforderungen. Kaum mehr Kinder wachsen vom Krabbelalter an in solchen Ersatzfamilien auf.

Im Kinderdorf lernen sie Familienalltag kennen. Anders als im Kinderheim leben sie rund um die Uhr mit ihrem Heimelternpaar und der Geschwistergruppe zusammen. So erfahren sie ständige Nähe und bauen Beziehungen auf. „Die Familienwohngruppe hat sich auch bei schwierigen Fällen als besonders gutes Erziehungsumfeld bewährt“, berichtet Geiling. “Die Kinder entwickeln sich dort zu selbstständigen Erwachsenen.“

1957 wurde das erste Albert-Schweitzer-Kinderdorf gegründet. Die Organisation liegt zunehmend bei den Familienwerken: Betreuerfamilien leben dann statt in klassischen „Dörfern“ mit ihren leiblichen Kindern und Pflegekindern dezentral in einzelnen Häusern.


Kontakt Prof. Dr. Rainer Geiling, Berlin

Email: geiling@albert-schweitzer.de
Telefon: 030 - 20 64 9117

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