„Musik der Welt“ zu Gast im Barocksaal Benediktbeuern – 2. Benefizkonzert des Förderverein Jugendarbeit
Hadi Alizadeh - ein persischer Percussionkünstler an der Isar
(openPR) - Offene Jugendarbeit hat in Benediktbeuern eine lange Tradition. Damit auch künftig dieses Angebot für Kinder und Jugendliche aus Benediktbeuern, Bichl, Ried und den umliegenden Gemeinden gesichert ist wurde vor vier Jahren der „Verein zur Verein zur Förderung der Jugendarbeit in Benediktbeuern und Bichl e.V.“ zur Unterstützung gegründet. Im vergangenen Jahr füllten die bekanntesten Tölzer Musiker den Benediktbeurer Barocksaal beim ersten Benefizkonzert des Förderverein. Dank des Engagements der Bananafishbones konnte kürzlich ein Musikübungsraum im Jugendtreff Don-Bosco-Club eingerichtet werden – zur Freude der jugendlichen Nachwuchsmusiker, die endlich ungestört und mit viel Ausdauer für ihre eigene „Karriere“ üben können. Nach diesem Erfolg im vergangenen Jahr stand der Entschluss des Vereinsvorstandes schnell fest auch weiterhin mit Musik die Jugendarbeit vor Ort zu unterstützen. Unter dem Motto „Musik der Welt für die Jugendarbeit“ sind vier Künstler zu Gast, die musikalisch in vielen Teilen der Erde verwurzelt sind.
Eröffnet wird der Musikalische Abend durch Nidia Striem und Roland Bobe mit Liedern aus Lateinamerika. Nidia wurde in Kolumbien geboren und lebte bis vor sieben Jahren in Cali (Kolumbien). Musikalische Gene bekam sie von ihrer Mutter in die Wiege gelegt, die professionelle Sängerin war. Mit 20 Jahren begann Nidia ebenfalls, das Singen zu ihrem Beruf zu machen. Mit ihrem damaligen Mann realisierte sie pädagogische Musikprojekte für verschiedenste Organisationen. Sie machten „Musica Latinoamericana (lateinamerikanische Musik) y nueva trova cubana“ (neue kubanische Prosa) für die verschiedensten Bevölkerungsgruppen: für Bauern ebenso wie für Prostituierte, für etablierte Bevölkerungsgruppen und für Randgruppen gleichermaßen. Sie traten damit in Schulen ebenso auf wie bei Obdachlosen in Slums, in Universitäten und bei großen Festen für Kinder. Später sang Nidia, begleitet von einem Akkordeonist, vorrangig Tangos. Mit der Gruppe „son de la loma“ sang Nidia Salsa und cubanische Lieder.
Als sie sich 2007 auf die Suche nach ihren deutschen Wurzeln machte und nach Deutschland übersiedelte – ihr Großvater Heinz war vermutlich jüdisch und emigrierte in den 30er Jahren nach Kolumbien – bedeutete dies einen beruflichen Bruch: an statt vom Singen leben zu können unterstütze sie nun ihre Familie mit der Arbeit als Küchenhelferin und Reinigungsfrau. Die Musik konnte sie nun nur noch als Hobby pflegen. Durch die Bereicherung verschiedener Feste im Freundeskreise und im Kindergarten brachte sie ein Stück Lateinamerika nach Oberbayern. Hierdurch entstandene Kontakte verschafften ihr einen Auftritt im Tölzer Kulturverein „Lust“ gemeinsam mit ihrem Bruder Victor sowie als Sängerin der „Radio Alpenwelle Sonnscheinband“. Begleitet wird Nidia Striem von Roland Bobe, einem langjährigen und vielseitigen Gitarristen aus Bad Tölz. Kenner der lokalen Musikszene ist er vertraut: „pipedream“, „hot bobs“, „Yeti and the Huskys“ sowie „Uli Mauk und ihre Lieben“ lauten einige Stationen seiner musikalischen Biographie.
Der nächste Musiker stammt aus dem Iran. Der 34jährige Percussionist Hadi Alizadeh wurde in Ilam geboren und studierte in Teheran bei Meister Bahman Rajabi die persische Trommel Tonbak. Autodidaktisch brachte er sich die Kunst des Daf-Spieles bei. Im Iran hatte er zahlreiche Auftritte bei Festivals, im Rundfunk und im Fernsehen. Ab 1995 unterrichtete er selbst Musikstudenten in klassischer persischer Trommeltechnik. Seit 2002 lebt er in Deutschland. Hier setzte er seine Lehrtätigkeit an verschiedenen Einrichtungen, u.a. am freien Musikzentrum München, fort. Sein künstlerischer Schwerpunkt ist der Austausch mit Musikern anderer Kulturen. Er arbeitete in den vergangen Jahren mit Rudi Zapf, Embryo, Digital Orient, Tuna Trio, Tanja Arab und weiteren persisch/kurdischen Gruppen zusammen und trat auf europäischen World-Music-Festivals auf.
Die Daf ist eine Rahmentrommel mit über 2000 Jahre alter Geschichte. Sie wird vorwiegend in Persien (heute Iran und Kurdistan) gespielt. Bei den islamischen Sufis des persischen Raums wird sie in Ritualen verwendet und ist eine wichtige zeremonielle Trommel. Die Tonbak, eine becherförmige Trommel, aus festem Maulbeerholz geschnitzt und mit einem Lamm oder Ziegenfell bezogen, hat ihre Heimat ebenfalls in Persien. Die Tonbak wird sowohl in der persischen Volksmusik wie auch in der klassischen persischen Musik eingesetzt. Hadi Alizadeh live zu hören ist ein besonderes Erlebnis: sein Trommelspiel ist weit mehr als Rhythmus und Klang – es nimmt den Zuhörer mit auf die Reise in eine ferne Welt.
Komplettiert wird der Abend durch den Geiger Winny Matthias. Seit dem Kindesalter ist er vertraut mit Zigeunermusik. Autodidaktisch erlernt er Geige und Gitarre, sammelt zunächst Erfahrungen in der Rockmusik. Reisen und das Kennenlernen von orientalischer Musik führen zurück zur Zigeunermusik, dann zu Blues und Jazz. 1980 gründet er seine eigene Formation „Gadzho“, mit der er zwölf Jahre durch Mitteleuropa tourt und Platten einspielt. Nebenher arbeitet er immer auch interdisziplinär mit bildenden- und Videokünstlern. Zurzeit steht er u.a. mit der Autorin Julia Wahren mit „Stempenju“ und dem Pianisten Hans Wolf auf der Bühne. Auch mit Hadi Alizadeh, den er durch seine Lehrtätigkeit für Violine und Improvisation am freien Musikzentrum in München kennen lernte, begeisterte er schon gemeinsam das Publikum. Dies wird ihm sicherlich auch beim Benediktbeurer Benefizkonzert gelingen.
Damit der Abend nicht nur musikalisch ein Genuss sein wird bereitet der Verein ein kleines Buffet vor und versorgt die Gäste mit Getränken. Vor Konzertbeginn und in der Pause gibt es somit eine gute Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und dabei auch noch gutes für die Jugendarbeit zu tun.
Das Benefizkonzert findet am Samstag, 21. April, um 20.00 Uhr im Barocksaal des Kloster Benediktbeuern statt (Einlass 19.00 Uhr). Karten gibt es in Benediktbeuern im Klosterladen, in Bad Tölz in der Buchhandlung Winzerer, in Penzberg bei Musik Rolles und im KinoP sowie in Kochel bei der Tourist-Info.
Der Eintritt in Höfe von 15,- Euro bzw. 10,- Euro ermäßigt kommt wie alle anderen Erlöse der Jugendarbeit vor Ort zugute.
Weitre Informationen zu dieser Veranstaltung und vieles mehr finden Sie unter www.foerderung-der-jugendarbeit.de.
Verein zur Förderung der Jugendarbeit in Benediktbeuern und Bichl e.V.
Markus Wenzl (Vorsitzender)
Schärflmühlweg 7
83671 Benediktbeuern
08857-274
vorstand@foerderung-der,jugendarbeit.de
Der Verein unterstützt vorrangig die seit über 28 Jahren in Benediktbeuern bestehende Offene Jugendarbeit mit der Organisation von Veranstaltungen, der Sammlung von Wertstoffen, durch Spendenaktionen und mit Beiträgen seiner Mitglieder.
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