Christophe Didillon - Interview mit dem "Samurai vom Brandenburger Tor"

Christophe Joachim Paul Didillon (35) (openPR) - (Berlin, Februar 2007) Anlässlich der Verleihung der Goldenen Kamera am 1. Februar 2007 hatte sich Christophe Didillon (35) mit einem Samuraischwert vor dem Bauch unter das Brandenburger Tor in Berlin gesetzt, um gegen die schleichende Verdrängung der Bedeutung der Menschenwürde aus dem gesellschaftlichen Leben zu protestieren. Dort wurde er schließlich vom Spezialeinsatzkommando (SEK) der Berliner Polizei überwältigt und ins Krankenhaus gebracht. Während seines Klinikaufenthaltes in der Charité Berlin besuchte Ute Gröschl, Mitarbeiterin der Goldenen Kamera, den 35-jährigen Kunstmaler. Im Namen des Veranstaltungsteams der Goldenen Kamera erkundigte sich die Mitarbeiterin persönlich nach seinem Befinden und richtete ihm ihre herzlichen Genesungswünsche aus. Im Verlauf des Gesprächs interviewte sie Didillon zu den Motiven seiner Tat:

Frage (F): Herr Didillon, am 1. Februar 2007 haben Sie sich mit einem Samuraischwert unter das Brandenburger Tor gesetzt. Hatten sie wirklich vor, sich das Leben zu nehmen?

Antwort (A): Ich war entschlossen und bereit, jedoch setzte in mir ein Umdenken ein, während ich mit dem Schwert vor dem Bauch meine Gedanken sammelte, ob ich es nun wirklich tue oder nicht. Plötzlich bekam ich eine intuitive Eingebung und wusste, dass mein Leben nicht so zu Ende gehen würde, und ich noch viel vorhabe…

F: Vereinzelte Medien berichteten, sie hätten aufgrund ihrer unglücklichen Liebe zu Kirsten Dunst aus dem Leben scheiden wollen.

A: Halt! Stopp!! Es ist zwar richtig, dass ich Kirsten Dunst sehr verehre, aber mit ihr hatte dies überhaupt nichts zu tun.

F: Immerhin hatten Sie im vergangenen Jahr für sie einen „Walk of Flame“, eine Wanderung von San Francisco nach Los Angeles gemacht.

A: Ja, und ich gebe auch unumwunden zu, dass ich ziemlich enttäuscht darüber war, von ihr nie erfahren zu haben, ob ihr mein selbst gefertigtes Bildgeschenk überhaupt gefiel, welches ich die 300 Meilen auf meinem Rücken getragen habe. Dennoch: Ich weiß ja nicht einmal, ob ihr Management sie überhaupt darüber informiert hat. Möglicherweise weiß sie gar nichts davon. Und wenn ich auch darüber ziemlich unglücklich bin, möchte ich ihr doch keinen Kummer bereiten. Dafür habe ich meinen Walk of Flame schließlich nicht gemacht. Kirsten hatte mit meinem Vorhaben am Brandenburger Tor rein gar nichts zu tun. Mein Vorhaben hatte doch ganz andere Hintergründe. Diese hatte ich ja auch im Rahmen einer von mir verbreiteten Erklärung an die Presse ausführlich dargelegt.

F: „Welchen Wert hat die Würde eines Menschen?“ - Mit dieser Frage wollten Sie an die Menschen appellieren, mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen?

A: Richtig. Meines Erachtens werden heute zunehmend die Interessen des Menschenrechts und der Menschenwürde zugunsten von kommerzieller Gleichgültigkeit und monetärer Rücksichtslosigkeit, aber auch durch eine zunehmende Eiseskälte im zwischenmenschlichen Bereich beiseite gedrängt. Viele Menschen werden damit nicht fertig und fallen im Stillen durchs Raster. Sterben, weil sie nicht mehr können und sich auch noch dafür schämen. Das Problem kostet also Menschenleben – und sicherlich weit mehr, als man zu glauben wagt. Es wird ja auch nicht offen über dieses Problem geredet. Dass hier und heute diesbezüglich etwas gewaltig „schiefläuft“, zeigte mir nicht zuletzt mein Erlebnis am Brandenburger Tor selber. Ich saß da in aller Seelenruhe mit dem Schwert vor meinem Bauch, und jeder ging an mir vorbei, als wäre das die normalste Sache der Welt. Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis mich überhaupt jemand ansprach, und das war erst ein Wachmann, der mich auf seinem Rundgang entdeckte. Einige hatten vorher noch Fotos mit ihrer Handykamera gemacht, hatten ein bisschen herumgealbert, waren dann aber einfach weitergegangen. Ich war ja fast dankbar, als endlich die Polizei auf mich aufmerksam wurde.

F: Wenn Sie gestorben wären, hätte Ihr Tod möglicherweise die Verleihung der Goldenen Kamera überschattet. Was hat Sie dazu bewogen, ausgerechnet die Goldene Kamera zum Anlass für Ihre Tat zu wählen?

A: Klar, es hätte mir Leid getan, wenn mein Tod die Feierlichkeiten zur Verleihung der Goldenen Kamera sabotiert hätte, doch ich musste abwägen und entschied mich für diesen Termin, weil er einfach die optimale Gelegenheit dazu bot, um Öffentlichkeit zu erzeugen und somit an eine weite Bandbreite von Menschen zu appellieren. Deshalb war ich ja auch eigens nach Berlin gereist. So konnte ich das Foto der vor zweieinhalb Jahren verstorbenen Schauspielerin Jennifer Nitsch nehmen und sagen, „Hey Leute, Depressionen mit Folge einer Selbsttötung sind ein allgemeines gesellschaftliches Problem, welches alle Schichten durchzieht und keinesfalls länger totgeschwiegen werden darf. Sogar Filmstars sind davon nicht einmal ausgenommen! Also gedenkt an Jenny, die nun nicht mehr unter Euch ist, und vergesst dabei die anderen nicht, welche nicht im Rampenlicht stehen und wie ein Star verehrt werden!“ Es war mir von Anfang an klar, dass ich damit nicht die Welt würde verändern können, aber ich hoffe doch, dass ich wenigstens die eine oder den anderen mit meiner Mahnung habe erreichen können, einmal darüber nachzudenken: „Welchen Wert hat die Würde eines Menschen?“

F: In Ihrer Presseerklärung hatten Sie zum Ausdruck gebracht, dass Ihnen das Trauma Ihrer ersten Jugendliebe sehr zugesetzt hatte, und Sie die Trauer in Ihrem Herzen niemals haben abbauen können. Könnten Sie sich vorstellen, Ihre Aktion am Brandenburger Tor in einer ähnlich traumatischen Drucksituation noch einmal zu wiederholen?

A: Nein, bestimmt nicht. Bei meiner Aktion habe ich in Bezug auf mein Leben vollkommen neue Ansichten gewinnen können. Mein altes Leben ist ein für allemal vorbei, ich wurde neugeboren. Es erscheint mir momentan so, als wenn ich mich ganz neu kennen lerne oder entdecke. Ich will in jedem Falle leben und eine liebe Partnerin finden, mit ihr später eine Familie gründen. Außerdem will ich im Rahmen meiner Möglichkeiten meinen ganzen Beitrag dafür leisten, die Menschen glücklicher zu machen, so dass die Zukunft irgendwann einmal wieder bunter werden kann. Mir als Maler, der das bunte Spiel der Farben so liebt, mag es vielleicht leichter fallen; nichtsdestotrotz stellt sich diese Aufgabe für jeden von uns.

F: Herr Didillon, wie sehen Ihre Ziele für die Zukunft aus?

A: Nach meiner stationären Therapie in einer Reha-Klinik möchte ich für einige Wochen nach Skandinavien reisen, wahrscheinlich nach Norwegen. Dabei lasse ich mich von dem Hintergedanken führen, nach Skandinavien auszuwandern, weil mir die Mentalität der Menschen dort so gut gefällt: „Leben und leben lassen“ – denn das ist schließlich auch meine Devise…

F: Herr Didillon, ich danke Ihnen für dies wundervolle Gespräch und wünsche Ihnen bei der Gestaltung Ihrer Zukunft alles erdenklich Gute und viel Erfolg.

A: Auch ich möchte Ihnen alles Gute wünschen. Vielen Dank für Ihren herzlichen Besuch. Es hat mir sehr gut getan, mit Ihnen zu sprechen.

ENDE des Interviews

Weitere Informationen über Christophe Didillon, sein Leben und seine Arbeit finden sich unter www.christophe-didillon.de und den bekannten Suchmaschinen im Internet.

Pressekontakt:
DIDILLON-ART
Christophe Didillon
Eschenweg 1
D-26506 Norden / Germany
Telefon +49 49 31/120 22
Telefax +49 49 31/120 22
eMail: didillon-art@web.de
www.didillon.eu

Christophe Joachim Paul Didillon (geboren 1971 in Aurich); Sein in früher Jugendzeit gebrochenes Herz hat den sensiblen Menschen, der niemals „so wie die Erwachsenen“ werden wollte, nachhaltig und tief geprägt. Nach Abitur und Ausbildung zum Industriekaufmann studierte Didillon von 1997 bis 2004 Sinologie, Rechtswissenschaften und Geschichte an der Philipps-Universität Marburg und der Tongji University Shanghai. Sein Studium beendete er erfolgreich mit dem Abschluss eines Magister Artium. Parallel hierzu hatte Didillon Studien- und Malaufenthalte in China und unternahm eine Fotoreise mit der Transsibirischen Eisenbahn. Während seines einjährigen Aufenthaltes in China fand er schließlich seine Berufung als freischaffender bildender Künstler (Malerei und Acrylcollagen), und wurde 2004 in die Künstlergruppe PARADOX aufgenommen, hatte Ausstellungen im Hessischen Landtag, in chinesischen Museen sowie in der Internetgalerie des Auswärtigen Amtes. Didillon fertigte unter anderem Acrylgemälde für Kronprinzessin Viktoria von Schweden und Michael Gorbatschow an und widmete der Schauspielerin Kirsten Dunst seinen WALK OF FLAME von San Francisco nach Hollywood, eine Wanderung von über 300 Meilen. Bis zum Frühjahr 2007 lebt und arbeitet der Künstler als Stipendiat in der Villa Flath in Bad Segeberg und fertigt unter dem Motto „Auf der Suche nach der Meerjungfrau“ Fotos und Gemälde an. Hierfür arbeitet er mit weiblichen Models zusammen, welche ihm ihre langen Haare zum Frisieren mit Wasser und Gel zur Verfügung stellen, um Nasslook-Effekte zu erzielen. Seine umfangreichen Sammlungen von mehreren hundert historischen Feuerlöschern sowie mehreren Tausend Fahrzeugkennzeichen aus aller Welt, welche Didillon seit seiner frühen Kindheit aufbaute, sind zu besichtigen im Feuerwehrmuseum Zeven (in der Nähe von Bremen) sowie im Oldtimer- und Spielzeugmuseum Ostermarsch (nahe seiner Heimatstadt Norden).
Weitere Informationen über Christophe Didillon, sein Leben und seine Arbeit finden sich unter www.christophe-didillon.de und den bekannten Suchmaschinen im Internet.



Dieser Artikel wurde veröffentlicht auf
OpenPR - http://openpr.de/news/121729/Christophe-Didillon-Interview-mit-dem-Samurai-vom-Brandenburger-Tor.html




Google