Alkohol und Drogen, Ängste und Suizid bei Jugendlichen: Eltern unterschätzen Probleme ihrer Kinder massiv
(openPR) - Die Legende von der unbeschwerten, sorgenfreien Kindheit und Jugend ist durch mehrere wissenschaftliche Studien seit längerem widerlegt. In einer jetzt veröffentlichen Befragung von knapp 6.000 Schülern und deren Eltern wurde noch einmal deutlich, welch massive Probleme ein erheblicher Teil der Schüler in diesem Alter (meist 14-16 Jahre) hat und wie stark dies Tendenzen zum Alkohol- und Drogenkonsum, aber auch zu Selbstverletzungen und Suizidver
n begünstigt. Neu ist aber die aus der Studie gewonnene Erkenntnis, dass Eltern diese Probleme und auch das gesundheitliche Risikoverhalten ihrer Kinder massiv unterschätzen, also entweder gar nicht wahrnehmen und leugnen oder aber als "normale" und vorübergehende Entwicklung herunterspielen.Diese Ergebnisse stammen aus der Heidelberger Studie "Lebenssituationen und Verhalten von Jugendlichen", einer repräsentativen Befragung von Schülerinnen und Schüler der 9. Klassenstufe allgemeinbildender Schulen in Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis. Besonders auffällig sind in dem Bericht Befragungsergebnisse, die zeigen, dass Eltern die Sorgen ihrer Kinder und problematische Verhaltensweisen massiv unterschätzen:
• Während nur ein Drittel der befragten Eltern angibt, dass ihr Kind zumindest gelegentlich Alkohol zu sich nimmt, sind dies bei den Kindern selbst doppelt so viele.
• Dasselbe Bild zeigt sich für den Drogenkonsum: Nur 1% der Eltern gibt zu, dass das Kind zumindest gelegentlich Drogen einnimmt, bei den betroffenen Mädchen sind dies jedoch erheblich mehr, nämlich 8%, bei Jungen sogar 11%.
• Selbstverletzungen (Ritzen, Schneiden usw.) werden von den Eltern meist gar nicht wahrgenommen.
• Selbst berichtete Probleme der Jugendlichen wie Ängste und depressive Verstimmungen, Tendenzen zu einem sozialen Rückzug, Aufmerksamkeitsstörungen, soziale Kontaktprobleme, aggressives Verhalten sind (gemessen anhand eines Fragebogens) doppelt so groß wie entsprechende Einschätzungen der Eltern, und zwar bei Jungen wie bei Mädchen.
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