Aktuelle Türkei: Schneller Immobilienerwerb - Wunsch und Wirklichkeit

Schnelle Grundbucheinträge - sog. Tapu - sind für Ausländer in der Türkei nach wie vor nur ein Wunschtraum (openPR) - Bald beginnt die diesjährige Reisesaison und eine große Zahl von Touristen wird wieder in die Türkei kommen, um das Meer und die Sonne zu genießen. Dann entsteht bei dem einen oder anderen der Wunsch, nicht nur für zwei oder drei Wochen, sondern eine längere Zeit im Jahr in der Türkei zu verbringen, und das möglichst in einer eigenen Immobilie.

Hochsaison für die Immobilienmakler. Doch gerade im letzten Jahr ist das Geschäft nicht besonders gut gelaufen. Überhöhte Preise, mehrere zehntausend nicht verkaufte Immobilien allein an der Türkischen Riviera und zusätzlich noch Probleme mit den Grundbuchämtern. Das hat das Geschäft kräftig verhagelt. Nun muss man rechtzeitig für dieses Jahr in Optimismus machen.

Nach guter alter Kaufmannsart heißt das zunächst einmal, alle Probleme, die es in der Vergangenheit gegeben hat, als erledigt darzustellen. Und die Probleme beziehen sich in vielen Fällen auf einen äußerst schleppenden Grundbucheintrag.

NEUES IMMOBILIENGESETZ SOLLTE ERLEICHTERUNGEN FÜR AUSLÄNDER BRINGEN, MUSSTE ABER TEILWEISE GEÄNDERT WERDEN

Zunächst muss festgestellt werden, dass das türkische Immobilienrecht für den Käufer einer Immobilie eine sehr hohe Sicherheit darstellt, tatsächlich auch rechtsverbindlicher Eigentümer zu sein. Vorausgesetzt man macht alles richtig. Dennoch gibt es zwei Fakten, die berücksichtigt werden müssen.

Zum einem darf das Grundstück nicht in einem Arial liegen, dass das Militär zum Sicherheitsgebiet erklärt hat. Zum anderen sollte man wissen, dass es auch in der Türkei Gruppen gibt, die einen Ausverkauf des Landes an Ausländer befürchten und deswegen den Immobilienerwerb durch Ausländer stark einschränken wollen.

Durch ein neues Immobiliengesetz, das im vergangenen Jahr in Kraft trat, wollte die amtierende Regierung den Erwerb von Grundstücken erleichtern. Doch das Gesetz musste zunächst zurückgezogen und dann modifiziert werden. Und seit dieser Zeit ist ein schneller Tapu-Eintrag in einem Grundbuch durch einen Ausländer nicht mehr möglich, die gleiche Situation wie vor der Änderung des Gesetzes.

TAPU-EINTRÄGE IN ZEHN TAGEN - NUR EIN PLAN

In türkischen Zeitungen wurde in den letzten Wochen darüber berichtet, dass es in Zukunft Vereinfachungen für die Käufer geben soll, um die Nachfrage wieder anzukurbeln. Doch dieses ist nur möglich, wenn die Militärs ihre Sicherheitsgebietes verbindlich festlegen und die Prüfung, ob ein Grundstück in einem solchen Sicherheitsgebiet liegt, letztlich auf die regionale Ebene verlagert würde.

Doch – siehe oben - es gibt in der türkischen Gesellschaft Kreise, die in einer solchen Vereinfachung des Immobilienerwerbs durch Ausländer gar nicht interessiert sind. Also ist die Ausweisung der Sicherheitsgebiete bis heute nicht erfolgt und solange bleibt ein schneller Grundbucheintrag nur ein Wunsch.

In einigen deutschsprachiger Zeitungen, die in der Türkei erscheinen, wird seit einigen Wochen nun der Eindruck erweckt, als seien Verzögerungen im Grunderwerb in wenigen Wochen Vergangenheit. Mit Überschriften wie „Tapu-Erteilung wird beschleunigt“ wird aber nicht etwa eine politisch bereits abgesegnete Situation beschrieben, sondern in Wahrheit handelt es sich dabei nur den Wunsch der Immobilienbranche und der Bauunternehmer.

VORSICHT BEI „WINDIGEN“ KONSTRUKTIONEN

Wer die türkischen Verhältnisse kennt und zusätzlich noch berücksichtigt, dass in diesem Jahr äußerst wichtige Wahlen in der Türkei anstehen, hat deshalb große Zweifel daran, dass es schon bald den schnellen Immobilienerwerb durch Ausländer geben wird.

Es sei denn, man verzichtet auf die einzige rechtlich verbindliche Lösung - sprich: den Grundbucheintrag auf den eigenen Namen - und lässt sich stattdessen auf windige Konstruktionen ein. Vor denen aber kann die ATR-Redaktion nur dringend warnen!

Die neueste Augabe der Aktuellen Türkei Rundschau steht ab 24. Februar 2007 auf der Homepage

www.atr-zeitung.com

zur Verfügung und kann gegen einen geringen Kostenbeitrag im Internet als pdf-Datei heruntergeladen werden, um sie am Bildschirm zu lesen oder im A4-Format auszudrucken.

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Einzige deutschsprachige Wochenzeitung für die Türkei
Hrsg.: Jürgen P. Fuß & Andrea Morawe

● Die Aktuelle Türkei Rundschau (ATR) erscheint seit 2004. Die ATR war die erste überregionale deutschsprachige Print-Wochenzeitung in der Türkei. Im Mai 2006 wurde die vierzehntägig erscheinende Zeitung «Prima Leben» in die ATR integriert. Seit Januar 2007 erscheint die ATR ausschließlich als E-Zeitung und kann weltweit bestellt werden (Einzelhefte und im Abonnement).
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