Schimmelpilzschäden in Gebäuden erfordern interdisziplinäre Zusammenarbeit

(openPR) - Die Fachtagung zum Thema Sanierung von Schimmelpilzschäden in Gebäuden, die am 12. Oktober 2006 in der Universität Hamburg stattfand, war ein großer Erfolg. Etwa 150 Teilnehmer/innen verfolgten das interessante und sehr kompakte Vortragsprogramm. Staatsrätin Dr. Herlind Gundelach eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort, in dem sie auf die Wichtigkeit dieses Themas für die nächsten Jahrzehnte in Hamburg hinwies. Energieeffizientes Bauen für junge Familien, das auch gesundes Wohnen ermöglicht, soll nach ihren Worten in Hamburg weiter gefördert werden.

Im Anschluss wurde das Thema Analyse und Sanierung von Schimmelpilzschäden in sieben Referaten aus unterschiedlichen Blickrichtungen vorgestellt und diskutiert. Dr. Thomas Gabrio vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg erläuterte die Inhalte und die Intension des Schimmelpilzsanierungsleitfadens des Umweltbundesamtes. Rainer Stasch vom Berufsverband Deutscher Baubiologen beschrieb die Vorgehensweise bei einem Verdacht auf Schimmelpilzbelastung in einem Innenraum. Dr. Urban Palmgren vom Labor Urbanus gab einen Einblick in die Analytik von Schimmelpilzen und wies auf die Bedeutung von Besiedlungen der Wände mit Bakterien hin, was bislang wenig untersucht wurde. Der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands für Schimmelpilzsanierung Gunter Hankammer erläuterte Zusammenhänge zwischen Luftdichtheit, erforderlicher Luftwechselrate und Schimmelpilzbildung. Er beschrieb den Ablauf einer fachgerechten Sanierung und zeigte unter anderem Fälle von Schimmelbildung, die trotz ihrer geringen Fläche nicht ohne Gefährdung durch die Bewohner selbst saniert werden können. Dr. Caroline Herr vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin in Gießen zeigte in ihrem Beitrag auf, wie schwierig es ist, gesundheitliche Beschwerden von Bewohner/innen mit medizinischen Verfahren eindeutig auf Schimmelschäden in der Wohnung zurückzuführen. Zum ersten Mal kam auf einer solchen Tagung auch eine gesundheitlich Betroffene zu Wort. Die Heilpraktikerin Marie-Luise Holdinghausen berichtete eindrucksvoll von ihren Erfahrungen und machte deutlich, dass die Betroffenen wirklich krank sind. Der Rechtsanwalt Wolfgang Mattern stellte die rechtliche Situation aus Mieter- und Vermietersicht dar und riet zu einvernehmlichen Lösungen zwischen beiden Parteien. Im Foyer stellten 16 Aussteller Möglichkeiten fachgerechter Sanierungen, Mauerwerkstrocknung und Analysen vor.

Bei vielen Vorträgen wurde deutlich, wie schwierig es ist, klare Grenzen zu ziehen zwischen gesundheitsschädlich und unbelastend oder zwischen Schäden, die von den Bewohnern selbst saniert werden können und solchen, bei denen Fachfirmen beauftragt werden müssen. Unklarheiten bestehen häufig darüber, was gemessen werden sollte, Gesamtzellzahl oder kolonienbildende Einheiten und wie die Qualität der Analyse und der Sanierung gesichert werden kann. Die Redebeiträge konnten Hilfen für die Entscheidung liefern, dennoch besteht in vielen Bereichen weiterer Klärungsbedarf.

Das Publikum verfolgte bis zum Ende konzentriert die Vorträge. Sehr zum Gelingen der Tagung beigetragen haben die zahlreichen Mitveranstalter. Gerade das Zusammentreffen von Mitgliedern der verschiedensten Verbände brachte Fachleute aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen zusammen: Architektur, Ingenieurwesen, Wohnungsverwaltung, Sachverständigenwesen, Medizin, Rechtswesen, Energieberatung, Verbraucher- und Umweltberatung, Handwerk, Behörden, Sanierungsgewerbe u.a. Das führte zu spannenden Diskussionen und ermöglichte in den Pausen ganz neue branchenübergreifende Kontakte. Denn dies war eines der wichtigsten Ziele der Veranstalter, wie die Bausachverständige Brigitte Harste in ihrem Schlusswort betonte: „Die Fachleute miteinander ins Gespräch zu bringen, ist der erste Schritt in die richtige Richtung.“

Die Veranstaltung wurde organisiert vom Regionalverband Umweltberatung Nord e.V. in Kooperation mit dem Bundesverband für Umweltberatung. Sie wurde unterstützt vom Umweltbundesamt sowie folgenden Verbänden: Ärztekammer Hamburg, Berufsverband Deutscher Baubiologen, Bundesverband der Brand- und Wasserschadenbeseitiger, Bundesverband Schimmelpilzsanierung (BSS), Grundeigentümer-Verband Hamburg, Handwerkskammer Hamburg – ZEWU, Initiative Arbeit und Klimaschutz, Mieter helfen Mietern e.V., Mieterverein zu Hamburg (Landesverband Deutscher Mieterbund), Umweltberatungen der Bezirksämter, VDI Arbeitskreise Umweltschutztechnik, Bautechnik, Technische Gebäudeausrüstung, Verband für Haus- und Wohneigentum Hamburg, Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Verbraucherzentrale Hamburg.

Die Vorträge sind in einem Tagungsband zusammengefasst, der zum Preis von 12,80 € (incl. Versand) beim Bundesverband für Umweltberatung e.V. unter Tel.: 0421/34 34 00 oder Schimmelkongress@t-online.de bestellt werden kann.

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Pressekontakt:
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Der Regionalverband Umweltberatung Nord e.V. (R.U.N.) ist die Interessenvertretung der UmweltberaterInnen im Großraum Hamburg und Schleswig-Holstein. Im R.U.N. sind Umwelt-, Energie-, Abfall-, Bau- und WohnberaterInnen, Umwelt- und Agendabeauftragte, Umweltreferentinnen und Umweltpädagogen organisiert. Ziel des Vereins ist die verstärkte Einbeziehung von Umweltbelangen in das Denken und Handeln. Der Regionalverband ist als gemeinnütziger Verein anerkannt und Mitglied im Bundesverband für Umweltberatung e.V., dem bundesweiten Dachverband für Berufsgruppen aus dem Berufsfeld Umweltberatung (www.umweltberatung.org).



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OpenPR - http://openpr.de/news/104302/Schimmelpilzschaeden-in-Gebaeuden-erfordern-interdisziplinaere-Zusammenarbeit.html




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