EU-Parlament verabschiedet Chemikalienverordnung REACh – Auswirkungen auf die Textil- und Modeindustrie

(openPR) - Der Gesamtverband textil+mode sieht durch REACh erhebliche Belastungen auf die Textil- und Bekleidungsunternehmen zukommen. Die Verordnung wird für die Textilindustrie als nachgeschaltete Industrie katastrophale Auswirkungen haben.

„Gerade im Bereich der niedrigen Tonnagen hatten wir auf weniger Registrierungsanforderungen gehofft“, so Peter Schwartze, Präsident des Gesamtverbandes textil+mode. „Das derzeitige Registrierungspaket wird nur dafür sorgen, dass kleinvolumige Stoffe aus rein wirtschaftlichen Gründen vom Markt verschwinden, d. h. auch ungefährliche Stoffe. Die Folgen werden kostspielige Produktionsumstellungen und Know-how-Verlust sein.“ Auch das Ziel von REACh – Schutz der Gesundheit und Umwelt – wird durch solche unverständlichen Regelungen nicht erreicht.

Die Gleichbehandlung von heimischen und importierten chemischen Erzeugnissen ist in der jetzigen Fassung des Artikels 7 nicht gegeben. Für EU-Produkte fallen höhere Kosten an als für Importwaren – die wettbewerbsverzerrende Wirkung ist offensichtlich. Der Artikel 7 gleicht einem Papiertiger, der Vollzug der genannten Kriterien kann von den Zollbehörden nicht realisiert werden. Insbesondere bei Bekleidungstextilien mit Produktionszyklen von wenigen Wochen wird der Artikel 7 nicht greifen. Die EU hat noch keinen Weg gefunden, wie das Problem der Importe gelöst werden kann – der Artikel 7 ist schlichtweg unfertig. „Es darf nicht sein, so Schwartze, dass eklatante handwerkliche Fehler auf den Rücken der kleinen und mittelständischen Unternehmen ausgetragen werden.“

Die Verabschiedung der Chemikalienverordnung REACh in diesem Jahr ist sehr wahrscheinlich. Nachdem das Plenum des Europäischen Parlaments am 13. Dezember 2006 der Verordnung zugestimmt hat, könnte auch der Rat am 18. Dezember 2006 der Verordnung zustimmen. Nach dem derzeitigen Stand muss davon ausgegangen werden, dass die Verordnung zum 01. Juni 2007 in Kraft tritt, d. h. unabhängig davon, wann genau die Verordnung verabschiedet und im europäischen Amtsblatt veröffentlicht wird. „Wir werden auf jeden Fall weiterhin ver

suche

n, das Thema REACh über die europäische Organisation EURATEX in unserem Sinne positiv zu beeinflussen.“, so der Präsident des Gesamtverbandes Peter Schwartze.

Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie
Frankfurter Str. 10 - 14
65760 Eschborn

Stefanie Engel
Referat Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
sengel@textil-mode.de

Der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e.V. vertritt diese Branche in wirtschafts-, sozial- und tarifpolitischen Fragen. Insgesamt sind in der Textil- und Modebranche ca. 400.000 Arbeitnehmer, davon mehr als 120.000 in Deutschland, beschäftigt. Der Gesamtverband ist Mitglied des BDA und des BDI. Auf europäischer Ebene besteht die Mitgliedschaft im europäischen Dachverband der Textil- und Bekleidungsindustrie, Euratex.



Dieser Artikel wurde veröffentlicht auf
OpenPR - http://openpr.de/news/112979/EU-Parlament-verabschiedet-Chemikalienverordnung-REACh-Auswirkungen-auf-die-Textil-und-Modeindustrie.html




Google